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Ferialarbeit

Viele ZiviltechnikerInnen bieten jungen Leuten (SchülerInnen/StudentInnen) die Möglichkeit, Berufspraxis zu erwerben. Bei den Ferialjobs unterscheidet man zwischen einem echten Ferialpraktikum, einem Ferialarbeitsverhältnis bzw. einem Volontariat.

Zu beachten ist jedoch, dass die Kriterien eines echten Ferialpraktikums seitens der GKK sehr eng ausgelegt werden. Es ist im Einzelfall zu überprüfen, ob diese tatsächlich vorliegen.

FerialpraktikantInnen
Dabei handelt es sich um SchülerInnen oder StudentInnen, die eine im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebene oder übliche praktische Tätigkeit in einem Betrieb nachweisen müssen. Die Tätigkeit dient der Ergänzung der schulischen Ausbildung. Im Vordergrund steht der Lernzweck, weniger die Erbringung von Arbeitsleistung gegen Entgelt. Ein Ferialpraktikum kann nicht nur während der Ferienzeit, sondern während des ganzen Jahres absolviert werden.

Diese FerialpraktikantInnen stehen in keinem Dienstverhältnis, sie haben also keine Arbeitsverpflichtung, sind nicht an die Arbeitszeit des Betriebes gebunden, unterliegen keinem Weisungsrecht und dürfen keine Arbeitskraft ersetzen. Daher haben sie auch keinen Anspruch auf Entgelt. Wohl aber kann ihnen einen Taschengeld gezahlt werden. Als Richtlinie könnte man die Lehrlingsentschädigungssätze des Kollektivvertrages je nach Schulklasse und praktischem Können heranziehen. In Streitfällen könnte ein hohes Taschengeld als Indiz für das Vorliegen eines Dientsverhältnisses herangezogen werden. FerialpraktikantInnen unterliegen nicht den arbeitsrechtlichen Vorschriften einschließlich dem Kollektivvertrag, haben somit weder einen Anspruch auf Urlaub (Urlaubsersatzleistung) noch auf anteilige Sonderzahlungen. Es empfiehlt sich, eine schriftliche Vereinbarung über die Dauer, Auflösbarkeit, allfälliges Taschengeld etc. abzuschließen. Dabei sollte auch aufgenommen werden, dass kein Dienstverhältnis mit fixen Arbeitszeiten und Weisungsgebundenheit vorliegt.

Sozialversicherung: Erhält der/die FerialpraktikantIn kein Taschengeld, ist seit 1.9.2005 keine Anmeldung bei der GKK erforderlich. Erhält der/die FerialpraktikantIn jedoch ein Taschengeld und übersteigt das Taschengeld die Geringfügigkeitsgrenze (2018: € 438,05 brutto), so hat eine Anmeldung zur Vollversicherung (A1, D1) zu erfolgen. Das Taschengeld ist sodann beitragspflichtig. Übersteigt das Taschengeld die Geringfügigkeitsgrenze nicht, so ist der/die FerialpraktikantIn als geringfügig beschäftigte/r Angestellte/r oder ArbeiterIn anzumelden und die Unfallversicherungsbeiträge sind abzuführen. Beiträge zur "Abfertigung Neu" sind ebenfalls zu entrichten.

FerialarbeitnehmerInnen:
Bei dieser Form liegt ein Arbeitsverhältnis vor, bei welchem SchülerInnen oder StudentInnen während der Ferien Geld verdienen werden, wobei diese Arbeit nicht von der Schule bzw. Universität vorgeschrieben wird. Es ist daher jede Arbeit möglich, ein Schulbezug ohne Bedeutung. FerialarbeitnehmerInnen unterliegen allen arbeitsrechtlichen und kollektivvertraglichen Vorschriften, z.B. Entlohnung, anteilige Sonderzahlungen, Anspruch auf Urlaub bzw. aliquote Abgeltung etc.

Gemäß Kollektivvertrag (Stand 01.01.2017) sind FerialarbeitnehmerInnen sinngemäß wie Lehrlinge zu behandeln.

Wenn das Arbeitsverhältnis von vornherein für länger als 1 Monat eingegangen wird, muss auch ein Dienstzettel ausgestellt werden. Zur Beendigung sind alle gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Kündigungsfristen und Kündigungstermine einzuhalten. Es empfiehlt sich daher, ein befristetes Arbeitsverhältnis zu vereinbaren. Sozialversicherung: Der/Die FerialarbeitnehmerIn ist wie jede/r DienstnehmerIn voll versicherungspflichtig bei der Gebietskrankenkasse (Ausnahme: Entgelt unter Geringfügigkeitsgrenze). Die Beitragsgruppen hängen davon ab, ob es sich um eine Arbeiter- oder Angestelltentätigkeit handelt (A1, D1), bei ZiviltechnikerInnen wird es sich in der Regel um eine/n Angestellte/n handeln.

VolontärInnen:
Neben Ferialpraxis und Ferialarbeit gibt es noch das Volontariat. Dabei handelt es sich um Personen, die kurzfristig in einem Betrieb arbeiten, um ihre erworbenen Kenntnisse zu erweitern oder zu vertiefen, ohne dass dies von einer Schulvorschrift gefordert wird. Volontäre sind ebenfalls keine ArbeitnehmerInnen, sind nicht weisungsgebunden und brauchen keine Arbeitszeit einzuhalten, dürfen auch keine Arbeitskraft ersetzen. Sie beziehen kein Entgelt, allenfalls ein Taschengeld.

VolontärInnen unterliegen nur der Teilversicherung in der Unfallversicherung. Sie sind direkt bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt zur Versicherung zu melden.

 

FerialpraktikantInnenvertrag


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